HIPPY Hamburg

Projektträger: Deutsches Rotes Kreuz Hamburg, Kinder- und Jugendhilfe gGmH
Projektlaufzeit: seit 2009

Wie und zu welchem Zeitpunkt kann und sollte man Familien – den Kindern und den Eltern – helfen, den Einstieg in das Bildungs- und Ausbildungssystem zu bewältigen? Wie kann man Aufgeschlossenheit und Verständnis für das deutsche Schul- und Bildungssystem fördern? Wie kann man die Fähigkeiten eines Kleinkindes »trainieren«, so dass es mit Lernfreude die Vorschule oder Grundschule besucht? Wie kann man auf einfache, effektive und nachhaltige Weise Chancen verbessern? Wie all das ohne erhobenen Zeigefinger? Ohne amtliche Verordnung und Bürokratie, ohne pädagogischen Überbau?

Das Programm HIPPY (Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters), das 1969 in Israel entwickelt wurde, hat auf all diese Fragen eine Antwort. Es bietet Familien mit Kleinkindern 18 Monate lang Begleitung. Hausbesucherinnen, die aus dem Umfeld der im Blick stehenden Familien kommen und zu »Coaches« geschult werden, sind wöchentlich bei den Familien zu Hause und üben mit den Eltern – unter Verwendung spezieller Lernmaterialien –, die sprachlichen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln und zu verbessern.

Der Effekt ist dreifach: Die Kinder haben einen deutlich einfacheren Start in der Schule, der über die folgende Schul- und Ausbildungslaufbahn entscheiden kann. Das Selbstwertgefühl der Eltern, die mit dem deutschen Schulsystem oft überfordert sind, wird gesteigert. Die Eltern lernen durch ihre »Lehrerfunktion« selbst, das Verhältnis zu ihren Kindern wird inniger. Die Hausbesucherinnen erhalten durch Schulung und die ausgeübte Vorbildfunktion eine besondere Qualifikation.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG begleitet HIPPY in Hamburg seit 2009. Derzeit werden an insgesamt 13 Standorten laufend weit über 100 Familien erreicht. Die Stiftung finanzierte auch den Aufbau von HIPPY in Schwerin, das seit 2017 angeboten wird.