Großer Dreesch, Schwerin

Projektträger: Ev.-luth Petrusgemeinde, Patchwork Center e.V.

Projektlaufzeit: seit 2017

Im »real existierenden Sozialismus« war die Hochhaussiedlung auf dem »Großen Dreesch« in Schwerin ein Projekt der Hoffnung: Plattenbau nach neuestem Standard. Viele Einwohner zogen aus den unsanierten Häusern der Altstadt gern dorthin, auch die Arbeits- und Gemeinschaftsangebote in der Siedlung waren verlockend. Nach der Wende kehrte sich die Entwicklung um. Die sanierten Gebäude in der Altstadt und neue Einfamilienhäuser waren attraktiver als die in die Tage gekommenen Plattenbauten, deren Mieten niedrig blieben. Die Bewohnerschaft, mit den angrenzenden Stadteilen heute etwa 20.000 Menschen, veränderte sich: Es blieben betagtere Altmieter, es kamen Spätaussiedler, Arbeitslose, sozial Schwache, später Asylbewerber und zuletzt Flüchtlinge hinzu. Der Zuzug kam in Schüben und größeren Zahlen, traditionelle Gemeinschaftseinrichtungen wurden geschlossen, soziale Spannungen sind die Folge.

Doch es gibt auch engagierte Initiativen, die am Zusammenhalt arbeiten und die sich gegen das Image der Siedlung wehren. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützt Aktivitäten auf dem Großen Dreesch, die von Streetwork, aufsuchenden Hilfen bis zu einem lebendigen Treffpunkt reichen. Das PatchworkCenter geht auf junge Mitglieder der Freien evangelischen Gemeinde zurück, die eine leerstehende Poststelle im Zentrum der Siedlung unter Einbindung der Nachbarschaft baulich hergerichtet haben und dort Aktivitäten und Begegnung für alle Bewohner des Großen Dreesch ermöglichen.