Goethe-Theater, Bad Lauchstädt

Projektträger: Historische Kuranlagen und Goethe-Theater
Bad Lauchstädt gGmbH
Projektlaufzeit: 2014-2019

Es war wohl Goethes Lieblingstheater; er plante es, trug einen Teil der Baukosten und inszenierte dort viele Stücke seines Freundes Schiller: die 1802 in Lauchstädt eröffnete Spielstätte, die später den Namen seines Initiators erhielt. Richard Wagner debütierte hier 1834, als er Mozarts Don Giovanni dirigierte.

Das Goethe-Theater Bad Lauchstädt ist das besterhaltene Theater des frühen 19. Jahrhunderts in Deutschland, mit dem für perfekte Akustik sorgenden originalen Leinwand-Plafonds, der als Gewölbedecke fungiert, mit der authentischen Bestuhlung und Ausmalung, dem erhaltenen Bühnenraum und der alten Kulissentechnik – ein klassizistisches Architektur-Juwel. Die äußere Gestalt ist schlicht, die wesentlichen Elemente eines Theaters ergeben den dreigliedrigen Baukörper: Eingang/ Foyer, Zuschauerraum, Bühnenraum. Die Bauweise war einfach und eher provisorisch; die Fachwerkkonstruktion wurde in späteren Jahren mit äußeren Strebepfeilern ertüchtigt, das Dach neu eingedeckt.

Nach der Blütephase zu Goethes Zeit und stark besucht von Studenten aus Halle, die vor dem preußischen Theaterverbot ins kursäschsische Lauchstädt kamen, verlor das Theater im Verlauf des späten 19. Jahrhundert an Bedeutung, es drohte der Abriss, ehe es Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals saniert wurde. Ein zweites Mal zu DDR-Zeiten, als es wieder durchgehend bespielt wurde. Seit 1994 erlebt es eine neuen Aufschwung als Teil der sehr agilen gemeinnützigen »Historische Kuranlagen und Goethe-Theater Bad Lauchstädt GmbH«. Hier werden gut besuchte Barock-Opern, Stücke der Klassik im Originaltext und das Festival der deutschen Sprache aufgeführt. Eine grundlegende denkmalgerechte Sanierung war allerdings dringend notwendig, die die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG mit einem erheblichen Zuschuss ermöglichte.