Hilfen für Familien, für junge und alte Menschen

Wie und zu welchem Zeitpunkt kann und sollte man Familien – den Kindern und den Eltern – helfen, den Einstieg in das Bildungs- und Ausbildungssystem zu erleichtern? Wie kann man die Fähigkeiten eines Kleinkindes trainieren, so dass es mit aufgeschlossener Lernfreude die Vorschule oder Grundschule besucht? Wie kann man auf einfache, effektive und nachhaltige Art und Weise Chancen verbessern? Wie all das ohne erhobenen Zeigefinger, ohne amtliche Verordnung und Bürokratie, ohne theoretischen Überbau?

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG hat mehrere Projekte in Nord- und Ostdeutschland unterstützt, die an diesen Fragen arbeiten und wirksame Antworten umsetzen. Die Initiativen – in unterschiedlicher Trägerschaft – folgen ähnlichen Prinzipien: Hilfe zur Selbsthilfe, „niedrigschwellige“ Angebote, hoher persönlicher, teils ehrenamtlicher Einsatz der Mitarbeiter.

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HIPPY und Opstapje

Die Hausbesuchsprogramme HIPPY und Opstapje bieten zwei Jahre lang Begleitung von Familien mit Kleinkindern. Hausbesucherinnen, die aus dem Umfeld der im Blick stehenden Familien kommen und zu „Coaches“ geschult werden, sind wöchentlich bei den Familien zu Hause und üben mit den Eltern – unter Verwendung spezieller Lernmaterialien –, die sprachlichen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln und zu verbessern.

Der Effekt ist dreifach:

a) Die Kinder haben einen deutlich einfacheren Start in der Schule, der über die folgende Schul- und Ausbildungslaufbahn entscheiden kann.

b) Das Selbstwertgefühl der Eltern, die mit dem deutschen Schulsystem oft überfordert sind, wird gesteigert. Die Eltern lernen durch ihre „Lehrerfunktion“ selbst, das Verhältnis zu ihren Kindern wird inniger.

c) Die Hausbesucherinnen erhalten durch Schulung und die ausgeübte Vorbildfunktion eine besondere Qualifikation.

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BOX-OUT

Die Hamburger Initiativen BOX-OUT und SchlauFox richten sich an Schüler unterschiedlichen Alters, die sich in schwierigen Lebens- und Schulsituationen befinden. BOX-OUT ist anerkannter Träger der Jugendhilfe und dient der Gewaltprävention. Über die Attraktion des Boxsports kommt BOX-OUT an Kinder und Jugendliche in den Schulen heran und vermittelt durch intensives Training Fitness, Disziplin und Fairness. Begleitende Unterstützung erfahren die Schüler durch Hausaufgabenhilfen, pädagogische und psychologische Betreuung, aber auch Angebote zur Berufsorientierung.

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SchlauFox

SchlauFox geht auf eine Initiative von Studierenden zurück, die sich dem Problem der Schulabbrecher zuwenden, denn allein in Hamburg verlassen jährlich 1.800 Schüler die Schule ohne Abschluss (12 % aller Abgänger). Mit einem Team aus fünf Mitarbeitern – Hauptamtliche und Ehrenamtliche – wird wöchentlich eine Gruppe von 15 Jugendlichen aus der 8. Klasse durch fachliche Nachhilfe, Beratung und Coaching auf ihrem Weg zum Hauptschulabschluss begleitet. Die Kurse finden in den Schulen statt. Bisherige Erfolgsquote: 100 %.

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Nachbarschatz

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG setzt auf den Zusammenhalt der Familie als entscheidende Keimzelle unserer Gesellschaft. So wurde beispielsweise dem Mehrgenerationenhaus Nachbarschatz in Hamburg-Eimsbüttel beim Umzug und der Sanierung des neuen Standortes geholfen. Die aus einer Initiative junger Mütter hervorgegangene Einrichtung bietet ein breites Spektrum familienfreundlicher Angebote für Jung und Alt an und fördert das Miteinander der Generationen in einem Umfeld wegbrechender Familienstrukturen.

Demenz-WG

Leben wie ich bin – Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Demenz e.V

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte ein außergewöhnliches Projekt einer Wohngemeinschaft von Menschen mit Demenz in Potsdam-Babelsberg. Eine Gruppe von betroffenen Angehörigen wollte einen eigenen Weg außerhalb von Heim und üblichem ambulanten Pflegedienst für ihre dementen Eltern bzw. Ehepartner gehen. Die Angehörigen schlossen sich zu „Leben wie ich bin – Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Demenz e.V.“ zusammen und entwickelten ein Konzept von eigenständigem Leben der dementen Menschen, Betreuung durch die Angehörigen und einem gemeinsam ausgesuchten, angeleiteten und finanzierten Pflegedienst. Ergebnis ist eine Mischung aus individueller Eigenverantwortung der Bewohner und deren Angehörigen und professioneller Entlastung durch den Pflegedienst. Das Projekt hat Pilotcharakter und ist durch die Publikation eines Erfahrungsberichts und Leitfadens überregional bekannt geworden.