Pfingstberg-Pomonatempel

Pfingstberg, Potsdam

Die Wiederherstellung des Pomonatempels – des vergessenen Erstlingswerks Karl Friedrich Schinkels von 1801 – durch die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG im Jahr 1992 war der Beginn eines umfangreichen Engagements am Pfingstberg in Potsdam. Die Stiftung war einer der beiden Hauptförderer bei der Instandsetzung des Belvedere. Das Aussichtsschloss von Friedrich Wilhelm IV. wurde 1863 nach Plänen von Ludwig Persius, Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse erbaut. Projektpartner waren die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten und der Förderverein Pfingstberg e.V. Das Belvedere am Pfingstberg ist nach seiner Restaurierung heute wieder beliebtes Ausflugsziel und wichtiges kulturhistorisches Zeugnis.

Auch die Wiederherstellung der am Fuße des Pfingstberges gelegenen Villa Quandt wurde von der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG ermöglicht. Dort sind das Theodor Fontane Archiv und das Brandenburgische Literaturbüro untergebracht.

Juedischer-Friedhof Synagoge Hohe Weide

Jüdischer Friedhof, Hamburg-Altona und Synagoge Hohe Weide, Hamburg

Der jüdische Friedhof an der Königsstraße ist Symbol und außergewöhnliches Zeugnis für die traditionell tolerante Religionsgeschichte Altonas. Eine Besonderheit des Friedhofes ist, dass dort zwischen 1611 und 1889 sowohl sephardische als auch aschkenasische Juden ihre letzte Ruhestätte fanden, wovon die Inschriften der zahlreichen erhaltenen Grabsteine zeugen. Gemeinsam mit anderen Hamburger Einrichtungen ermöglichte die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG eine umfassende wissenschaftliche Erfassung und Untersuchung dieses einzigartigen Friedhofes, der nach seiner Instandsetzung und Restaurierung heute im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG fördert zudem eine Koordinations-, Forschungs- und Vermittlungsstelle für die jüdischen Friedhöfe in Hamburg („Eduard Duckesz Fellow“) am Institut für die Geschichte der deutschen Juden.

Die 1960 eingeweihte Synagoge Hohe Weide in Hamburg-Eimsbüttel war eine der ersten ihrer Art nach Krieg und Shoah in Deutschland. Die Architekten Karl Heinz Wongel und Klaus May entwarfen in moderner Architektursprache einen Komplex aus großem Gebetssaal, Mikwe, Gemeindezentrum sowie Rabbiner- und Kantorenwohnung. Das Ensemble war dringend sanierungsbedürftig, die mit vielen sozialen Aufgaben für ihre Mitglieder betraute Gemeinde war damit überfordert. Eine erhebliche Zusage der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG brachte das Vorhaben in Gang.

StellwagenOrgel2 Paslek

Stellwagen-Orgel, Stralsund und Hildebrandt-Orgel, Pasłęk / Polen

Das von 1653 bis 1659 vom Hamburger Orgelbauer Friedrich Stellwagen geschaffene Instrument in der Stralsunder Marienkirche ist eines der kostbarsten Denkmäler der Orgelbaugeschichte und kann als handwerklicher und künstlerischer Höhepunkt des norddeutschen barocken Orgelbaus bezeichnet werden. Ihr baulicher Zustand gab Anlass zu großer Sorge. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG finanzierte die
Generalrestaurierung der Orgel, die seit ihrer Fertigstellung 2008 sowohl der Kirchengemeinde für Gottesdienste als auch für internationale Konzerte und Meisterkurse wieder zur Verfügung steht.

Projektpartner waren die evangelische Kirchengemeinde St. Marien und das Baltische Orgel-Centrum Stralsund, mit dem ein weiteres großes Orgelrestaurierungsprojekt durchgeführt wurde: Die Orgel des Danziger Orgelbaumeisters Andreas Hildebrandt aus dem Jahr 1719 in der katholischen St. Bartholomäuskirche im polnischen Paşłek konnte mit der Initialförderung der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und dem großen Einsatz der Kirchengemeinde sowie der polnischen Kulturverwaltung als größte, in wesentlichen Teilen original erhaltene Barockorgel im nördlichen Polen 2013 wieder eingeweiht werden. Seit ihrer Fertigstellung wird das Instrument intensiv genutzt und erregt internationale Aufmerksamkeit. Neben der Gottesdienstbegleitung dient die Hildebrandt-Orgel Konzerten und Meisterkursen der Universität Łódź.

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Dom zu Greifswald

Die Silhouette von St. Nikolai bestimmt das Stadtbild von Greifswald. Es ist der zentrale und größte Kirchbau der Hansestadt, der als Denkmal nationaler Bedeutung eingestuft und Sprengelbischofkirche der Nordkirche sowie Gemeinde- und Universitätskirche ist. Der Dom ist auch wichtige Spielstätte für Chor- und Instrumental-Konzerte in der Region.

Der Bau wurde 1280 erstmals urkundlich erwähnt und ist mehrfach erweitert worden. Besonders interessant ist die umfassende romantisch-klassizistische Innengestaltung von 1824-33. Konstruktive Schäden an Turm, Dachstuhl und Fassaden machten eine grundlegende Sanierung des Kirchbaus notwendig, die die engagierte Kirchengemeinde überforderte und nur durch das Zusammenwirken verschiedener Partner möglich wurde.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG entschloss sich, als dritter Haupt-Förderer zusammen mit der Alfried Krupp von Bohlen Halbach-Stiftung und der Stadt Greifswald einen deutlichen Beitrag zur Finanzierung beizusteuern. Auch Bund, Land, Landeskirche, Deutsche Stiftung Denkmalschutz sind beteiligt.

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Liebermann-Villa und Garten, Berlin

Dem beharrlichen Einsatz der Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e.V. ist es zu verdanken, dass der einstige Sommersitz des Malers Max Liebermann (1847–1937) und sein kunstvoll gestalteter Garten am Wannsee wieder in alter Pracht erscheinen. Als Initialförderer und Hauptspender spielte die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG eine wesentliche Rolle bei der Wiedererweckung dieses Kleinods. Seit der Eröffnung erfreuen sich wahre Besucherströme an den Blumen und Gemälden in Liebermanns Refugium.

Auch die von der Max Liebermann Gesellschaft herausgegebene, von Volker Braun bearbeitete und auf acht Bände angelegte Ausgabe der Liebermann-Briefe wird wesentlich von der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG finanziert.

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Tieranatomisches Theater, Berlin

Das Tieranatomische Theater, gelegen in einem malerisch-versteckten Innenhof hinter dem großen Charité-Gebäude in Berlin-Mitte, ist das älteste erhaltene akademische Lehrgebäude Berlins. Carl Gotthard Langhans, Architekt des Brandenburger Tors, entwarf im Jahr 1789 einen klassizistischen Zentralbau für die Königlich-Preußische Tierarzneischule. Das Lehrgebäude diente als Forschungsstelle für Pferdekrankheiten zur Verbesserung der Preußischen Kavallerie und zur Bekämpfung von Tierseuchen wie der Rinderpest. Im runden Hörsaal – seine ansteigenden Sitzreihen erinnern an ein antikes Amphitheater – konnten Gelehrte und Studenten der Untersuchung eines Pferdekadavers beiwohnen. Im Berliner Volksmund wird der Bau auch „Trichinentempel“ genannt, denn ab 1920 hatte hier das Institut für Lebensmittelhygiene seinen Sitz. Seither war die Trichinenschau, der Nachweis von Fadenwürmern in infiziertem Fleisch, fester Bestandteil des Lehrprogramms.

Nachdem ein engagierter Denkmalfreund aus Hamburg auf den bemitleidenswerten Zustand dieses Kleinods hinwies und sich dafür auch finanziell engagierte, kam die Restaurierung in Gang. Mit Hilfe von Städtebaumitteln und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wurde zunächst die Außenhülle saniert. Aber erst die deutliche Zusage der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG sorgte für die originalgetreue Wiederherrichtung des gesamten Gebäudes (2012 abgeschlossen), das der Humboldt-Universität und dem Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik heute als herausragender Ausstellungs- und Veranstaltungsort dient.

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Grabanlage der Familie Rathenau, Berlin

Auf dem Waldfriedhof Berlin-Oberschöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick liegen Walter Rathenau (1867-1922), sein Vater, der Gründer der AEG Emil Rathenau (1831-1915), seine Mutter Mathilde, geb. Nachmann (1845-1926) und der jüngere Bruder Emil (1871-1903) in einer monumentalen Anlage begraben. Walter Rathenau, eine der wichtigsten und schillernden Figuren der Weimarer Republik, tätig als Industrieller, Bankier, Schriftsteller und Politiker (seit 1. Februar 1922 Außenminister), wurde am 24. Juni 1922 auf dem Weg ins Auswärtige Amt in der Nähe seines Hauses in der Königsallee von Mitgliedern der rechtsextremen „Organisation Consul“ erschossen.

Die Grabanlage, ein mit einer mächtigen Mauer eingefriedeter Innenhof mit Krypta, wurde 1903 bei Alfred Messel in Auftrag gegeben. Den bauplastischen Schmuck gestaltete der Münchener Bildhauer Hermann Hahn, der mit der Familie Rathenau befreundet war. Friedhof und angrenzendes Areal hatte Emil Rathenau im Zuge der Ansiedlung der AEG 1895 erworben und erschlossen.

Obwohl Ehrengrab der Stadt Berlin, war der Zustand der Anlage besorgniserregend. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG war Initial- und Hauptförderer der grundlegenden Sanierung der Grabanlage, die 2012 abgeschlossen wurde und am 90. Todestag von Walter Rathenau im Beisein des Außenministers der Öffentlichkeit wieder übergeben werden konnte.

Zarpen

Ev.-Luth. Kirche, Zarpen

Weit sichtbar ragt der mächtige Turm der erhöht gelegenen gotischen Backsteinkirche in Zarpen, westlich von Lübeck, empor. Die Dorfkirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und erhielt um 1600 einen 36 Meter hohen Turm, der mit Eichenschindeln gedeckt wurde.

Die sehr engagierte Gemeinde mit einem Baufachmann als Kirchenvorsteher an der Spitze war nach mehreren Bauabschnitten an ihrem Gotteshaus in einer schwierigen Lage: die eigenen und externen Baumittel waren verausgabt, die Spendenbereitschaft bereits stark strapaziert. Beim Öffnen der schadhaften Dachhaut des Turms kamen weitere Schäden am Tragwerk zu Tage. Auch entschloss sich die Gemeinde klugerweise, die hölzernen Dachschindeln in traditioneller Machart zu wählen (gehauen, nicht gesägt), um zukünftige Schäden zu vermeiden. Dies erhöhte die Baukosten. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG kam hinzu und konnte die Finanzierungslücke schließen.

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Atelierhaus von Hugo Körtzinger, Schnega

Der Maler, Bildhauer, Schriftsteller, Orgelfachmann und Abenteurer Hugo Körtzinger (1892-1967) hinterließ im kleinen Ort Schnega im Wendland sein 1936/37 errichtetes Ateliergebäude mitsamt seinen Gemälden und Plastiken, einem umfangreichen Archiv und einer von ihm in Zusammenarbeit mit Oscar Walcker konstruierten Hausorgel. Die Nachkommen sicherten das Ensemble originalgetreu über Jahrzehnte, bis es nach 80 Jahren dringend instand gesetzt werden musste.

Hugo Körtzinger war mit Hermann Reemtsma eng befreundet, er war sein Kunstberater und brachte ihn mit Ernst Barlach zusammen. Reemtsma finanzierte im Wesentlichen den Atelierbau und auch die mit 54 Registern und weit über 2.000 Pfeifen wohl größte Orgel im privaten Bereich.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützt den Förderverein Hugo Körtzinger, unter Führung eines Nachkommens, bei der Restaurierung dieser außergewöhnlichen Künstlerstätte. Nach Fertigstellung werden dort Konzerte und Kunstausstellungen stattfinden und auch Stipendiaten soll Gelegenheit zur künstlerischen Tätigkeit gegeben werden.

Sandbostel

Baracken im ehemaligen Kriegsgefangenenlager, Sandbostel

Mehrere hunderttausend Kriegsgefangene aus 55 Nationen und gegen Kriegsende auch KZ-Häftlinge wurden zwischen 1939 und 1945 durch das abseits auf freier Fläche bei Sandbostel (Landkreis Rotenburg/ Wümme) gelegene „STALAG XB“ geschleust. Viele tausend Gefangene sind durch Zwangsarbeit, menschenunwürdige Behandlung, katastrophale Bedingungen und Hinrichtungen im Lager ums Leben gekommen. Nach Jahrzehnten unterschiedlicher Nachnutzung hat sich aus einer örtlichen Bürgerinitiative heraus und mit großem ehrenamtlichem Einsatz die Stiftung Lager Sandbostel zusammengefunden, die aus dem Gelände mit den erhaltenen Lager- und Arbeitsbaracken eine Gedenkstätte und einen Ort internationaler Begegnung entwickelte.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG setzte sich für den Erhalt der originalen alten Lagerbaracken ein, die andernorts längst verschwunden sind. Bundes- und Landesmittel wurden zum Aufbau von Dokumentations- und Pädagogikzentren auf dem Gelände eingesetzt. Ein Team von Mitarbeitern der Stiftung forscht laufend zur Lager-Geschichte, ermittelt ehemalige Lagerinsassen und organisiert internationale Treffen der Versöhnung.

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Ev.-Luth. Kirche, Jördenstorf

Ein außergewöhnlicher, original erhaltener Dachstuhl der Dorfkirche Jördenstorf in der mecklenburgischen Schweiz und ein hoch engagierter Pfarrer mit seiner Gemeinde hatten die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG aufmerksam gemacht.

Der große Einsatz und das Beharren der Kirchgemeinde auf dem Erhalt des Dachstuhls aus der Mitte des 13. Jahrhunderts sowie ein kundiger und souveräner Architekt führten zur Herrichtung des eindrucksvollen Kirchbaus in historischer Form. Der gotische Dachstuhl, dessen hoch aufragende Sparren wie die umgekehrten Spanten eines Schiffes wirken, ist nach der Herrichtung sogar für Interessierte zu besichtigen: ein eindrucksvolles Zeugnis mittelalterlichen Handwerks.

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Fritz-Schumacher-Haus des Universitätsklinikums, Hamburg

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG begleitete als Initialförderer den Freundeskreis des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bei der Sanierung des so genannten Fritz Schumacher Hauses und der Einrichtung eines Medizinhistorischen Museums. Der geniale Städteplaner und Architekt Fritz Schumacher hatte 1913-1926 das erste große Forschungsgebäude für das Allgemeine Krankenhaus errichtet, in dem – für damalige Zeit eine Neuerung – die Institute für Pathologie, Klinische Chemie, Physiologie, Physiologische Chemie, Experimentelle Medizin und Immunitätswissenschaften, für Bakteriologie, Serologie und weitere Stationslaboratorien zusammenfasst wurden.

Eine Besonderheit sind – neben der für Schumacher typisch geschwungenen Backsteinfassaden – die stark farbige Innenfassung und ein architektonisch inszenierter, lichtdurchfluteter Sezierraum.

Nach der komplette Sanierung, an der sich auch der Bund, die Stadt Hamburg, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Hamburger Stiftung Denkmalpflege sowie weitere private Förderer beteiligten, zog das Institut für Geschichte und Ethik der Medizin in das Gebäude ein und betreibt dort ein Medizinhistorisches Museum.

Landhaus Michaelsen

Landhaus Michaelsen von Karl Schneider, Hamburg

Jahrzehnte fristete ein Schlüsselwerk des Neuen Bauens ein kümmerliches Dasein: Karl Schneiders kühner Entwurf des Landhauses Michaelsen von 1923, gelegen hoch über der Elbe am Blankeneser Falkenstein. Der Bau im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg war verrottet und schon zum Abriss freigegeben, ehe Elke Droescher um den Erhalt kämpfte, die Sanierung auf eigene Kosten vorantrieb und mit der Eröffnung des Puppenmuseums und einer Galerie 1986 der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Karl Schneider (1892-1945) gehört mit Erich Mendelssohn, Bruno Taut und Ernst May zu den Wegbereitern der Moderne in der Weimarer Republik. Er schuf mit dem Landhaus Michaelsen einen zukunftsweisenden Bau, in dem er Elemente der Präriehäuser Frank Lloyd Wrights mit neuen rationalistischen Formideen verband.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte Elke Droescher mit ihrem Förderverein bei einer Instandsetzung der Fassade.

Museumsdorf in Volksdorf

Museumsdorf Volksdorf, Hamburg

Im Ortskern von Hamburg-Volksdorf wird auf einem ca. 1,5 ha. großen Gelände mit 14 historischen Gebäuden die bäuerliche Lebens- und Arbeitswelt in der Zeit um 1900 für Jung und Alt anschaulich vor Augen geführt. Eine Gruppe von Enthusiasten und ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern betreibt ein Mitmach-Museumsdorf und vermittelt historisches Handwerk und Selbstversorgungslandwirtschaft mit Tieren alter Rassen. Es gibt Schleswiger Kaltblüter, thüringische Waldziegen, rauwollige pommersche Landschafe, rotbunte Husumer Landschweine, Meißener Widder, Diepholzer Gänse, Bronzeputen, Vorwerk-Hühner und den altdeutschen Hütehund „Gelbbacke“. Auf dem Gelände befinden sich Schauacker, Gemüse- und Bauerngarten und eine Imkerei.

Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG unterstützte die Trägerstiftung sowohl bei der baulichen Instandsetzung des „Spiekerhus“ von 1624,  dem älteste Geestbauernhaus Hamburgs, als auch beim Errichten einer Werkhalle in historischem Kleid.

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St. Thomas à Becket, „Englische Kirche“, Hamburg

Die englische Kaufmannsgilde, die Merchant Adventurers, erhielt 1612 als erste und lange Zeit einzige nicht-lutherische Glaubensgemeinschaft in Hamburg das Recht, ihrer eigenen Konfession nachzugehen. Die Gemeinde errichtete 1836-38 einen reinen spätklassizistischen Kirchenbau nach Plänen des Altonaer-dänischen Architekten Ole Jörgen Schmidt, einem Schüler des berühmten Christian Frederik Hansen: ein quaderförmiger Saalbau, dessen eindrucksvolle Front zum Zeughausmarkt mit einem von vier ionischen Säulen getragenen Portikus geschmückt wird.

Die Kirchengemeinde, eine aktive und selbstbewusste anglikanische Enklave, muss den Erhalt der Kirche – wie auch die Aufrechterhaltung des Kirchgemeindewesens – aus Spenden ihrer Mitglieder finanzieren. Zum 400jährigen Jubiläum sollte die Fassadenoberfläche erneuert werden. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG legte einen matching fund auf, d.h. jeder eingeworbene Spenden-Euro wurde verdoppelt. Mit viel Kreativität und Einsatz gelang dies der Gemeinde.

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Liboriuskapelle, Creuzburg

Die spätgotische Liboriuskapelle am Kopf der historischen Werrabrücke ist ein Wahrzeichen der westthüringischen Kleinstadt Creuzburg. Die Brücke stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und wurde 1499 mit der Wallfahrtskapelle aus gelbem Sandstein an diesem verkehrsgünstigen Ort ergänzt. Das Ensemble stellt in seiner Geschlossenheit in der malerischen Landschaft ein herausragendes Beispiel hoch- und spätgotischer Baukunst dar. Im Innern zeigen Wandmalereien Szenen der in Thüringen verehrten heiligen Elisabeth, die in Creuzburg einen Teil ihres Lebens verbrachte.

Der äußert engagierte und kreative Förderverein und die aktive Kirchengemeinde setzten sich vehement für den Erhalt der Liboriuskapelle ein und sammelten Spenden aus der ganzen Bundesrepublik. Die HERMANN REEMTSMA STIFTUNG hat mir einer frühen Mittelzusage dazu beigetragen, dass die Kapelle baulich hergerichtet und die bedeutenden Elisabethfresken restauriert werden konnten.